Mehr Lebensraum auf dem Kirchhof
Um Wildtieren auf dem Kirchhof Schutz zu bieten haben wir verschiedene Projekte realisiert:
Fledermäuse willkommen
2017 wurde eine alte Löschwasser-Zisterne von Unrat befreit und als Winterquartier für Fledermäuse hergerichtet. Hohlblocksteine an Decke und Wänden bieten fortan sicheren Unterschlupf. Die im Dachgeschoss der Kirche vorhandenen Sommerquartiere konnten in der Renovierungsphase erhalten und durch Schaffung zusätzlicher Einflugmöglichkeiten erweitert werden. Inzwischen ruhen und überwintern hier vier Fledermausarten – in jährlich steigender Zahl.
Ein Hotel für die Pastortaube
Angeregt von der im Kirchgarten Ansgar in Schweden aufgestellten Nisthilfe in Kreuzform wurde von einem Metallbauer und zwei Ehrenamtlichen eine ähnliche Brutmöglichkeit gebaut und Frühjahr 2025 aufgestellt, mit finanzieller Unterstützung der e.dis. Hier können vor allem Dohlen einziehen.
Eine Wiese voller Leben
Auf der vorherigen, grasreichen Wiese wuchsen nur noch wenige Blütenpflanzen. Deshalb wurde die Wiese im Herbst 2021 gepflügt, gefräst und anschließend eine Regio-Saatgut-Mischung eingesät. Diese besteht je zur Hälfte aus heimischen Wildblumen und -gräsern. Unser Einsatz für die Artenvielfalt wurde vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg im Rahmen des Wettbewerbs „Blühende Dorfkirchen“ 2021 mit dem 1500 Euro dotierten dritten Preis ausgezeichnet.
Die Frischwiese wird im Juni oder Juli gemäht und beräumt. Bei starkem Aufwuchs, zum Beispiel in niederschlagsreichen Phasen, ist eine zweite Mahd sinnvoll. Nur so kann die Pflanzengemeinschaft dauerhaft existieren. Eine Wiese ist ein komplexes System, in dem Pflanzen und Tiere einander bedingen.
Zwei besondere Pflanzen
Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) ist Nahrungsquelle und/oder Lebensraum für 19 Wildbienenarten. Fünf von ihnen, zum Beispiel die Knautien-Sandbiene und die Weißbürstige Harzbiene, sind auf diese Art spezialisiert. Nektar und Pollen bieten energiereiche Nahrung. Besonders weibliche Tiere von 39 Schmetterlingsarten besuchen die Blüten, weil sie den Nektar für ihre Eigelege benötigen. Weitere fünf Schwebfliegen- und Käferarten befliegen die über viele Wochen im Sommer hellviolett blühende Pflanze.
Der Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratense) ist eine zweijährige Art, die uns besonders durch die großen, flugfähigen Samenstände auffällt. Seine Blüten öffnen sich nur vormittags, weshalb er im Englischen „Joe goes to bed at nine“ genannt wird. Er bietet unter anderen 76 Wildbienen- und 25 Schwebfliegenarten Nahrung und Lebensraum. 16 Wildbienenarten sind auf ihn spezialisiert.
Weitere Infos unter: www.nabu.de/Tiere-und-pflanzen/artenschutz/32524.html









